Kampagne «NEIN zur revidierten Volksschulverordnung» lanciert
Anlässlich ihrer Delegiertenversammlung vom 22. September 2025 in der Aula des BWZ in Altdorf hat der Verband Lehrerinnen und Lehrer Uri (LUR) die kantonale Kampagne «NEIN zur revidierten Volksschulverordnung» lanciert.
Die Präsidentin des Komitees, Cordelia Dal Farra, stellte die Gründe für das klare NEIN vor. Sie machte deutlich, dass die geplante Verordnungsänderung die Chancengerechtigkeit der Urner Volksschule gefährden würde:
«Die Urner Volksschule war bisher eine gemeinsame Aufgabe von Gemeinden und Kanton. Der Kanton beteiligte sich bisher zu einem Drittel an den Kosten der Volksschule. Mit der neuen Kann-Formulierung zieht sich der Kanton aber aus seiner Verantwortung. Künftig müssten die Gemeinden über Zusatzressourcen in grossen Klassen allein entscheiden – und allein zahlen.»
Die Änderung geht auf eine Entscheidung des Landrats vom April 2024 zurück. Ursprünglich war die Vorlage breit abgestützt: «Als Erziehungsrätin habe ich damals miterlebt, wie die Vorlage auf den Vorgaben des neuen Bildungsgesetzes, das im September 2022 mit einer grossen Mehrheit angenommen wurde, erarbeitet wurde. Hinter dieser Lösung konnten alle stehen. Doch durch die Veränderung von MUSS zu KANN hat sich alles verschoben – das ist nicht mehr dieselbe Vorlage», so Dal Farra.
Die Folgen seien gravierend: Nicht alle Gemeinden könnten oder wollten die zusätzlichen Kosten übernehmen. «Das heisst konkret: Je nach Wohnort haben Kinder künftig schlechtere Chancen in der Schule. Das dürfen wir nicht zulassen», betonte Corsin Riedi, der am gleichen Abend zum neuen Co-Präsident des LUR gewählt wurde.
Dal Farra erinnerte daran, dass das NEIN zur Revision breit abgestützt sei:
«Das NEIN steht im Einklang mit dem Ergebnis der Vernehmlassung sowie der ursprünglichen Haltung von Regierungsrat, Erziehungsrat und der landrätlichen Bildungs- und Kulturkommission.»
Mit der Kampagne «NEIN zur revidierten Schulverordnung» setzt sich der LUR für eine faire, chancengerechte und solidarische Volksschule im Kanton Uri ein – eine Schule, in der alle Kinder die gleichen Bildungschancen erhalten, unabhängig von der Finanzkraft ihrer Wohngemeinde.
Das Komitee hat sich zum Ziel gesetzt, dass die Urnerinnen und Urner in der Abstimmung vom 30. November 2025 die revidierte Verordnung ablehnen. Der Landrat soll dazu verpflichtet werden, die Verordnung erneut zu behandeln und in Artikel 9 Absatz 3 die Kann-Formulierung durch die ursprünglich beantragte Muss-Formulierung zu ersetzen. Für eine chancengerechte Urner Volksschule und für eine faire Verteilung der Kosten. Der Beitritt zum Komitee steht allen engagierten Bürgerinnen und Bürgern offen. Informationen finden sich hier: Nein zur revidierten Volksschulverordnung